Wer sind die Walser?
Die Faszination, die von den Walsern ausgeht, ist bis heute ungebrochen. Was waren die Beweggründe dieser Leute, die sich, vom Oberwallis ausgehend, vor über 700 Jahren in den höchsten Alpentälern niederliessen? Wurden sie durch wirtschaftliche Not, Krankheiten, Überbevölkerung aus ihrer Heimat vertrieben? War es Abenteuerlust? Machte ein mildes Klima die Besiedlung dieser Höhenstufen möglich? Oder waren es verführerische Freiheits-rechte, die ihnen von Feudalherren zugesichert wurden, wenn sie bisher ungenutztes Land urbar machten?
Eine eindeutige Antwort, warum aus Wallisern „Walser“ wurden, gibt es ist bis heute nicht. Betrachtete man früher die „Walserwanderungen“ gerne als eine Art „späte Völkerwanderung in den Alpen“, betont die neuere Geschichtsforschung vermehrt die zentrale Rolle der weltlichen und geistlichen Feudalherren bei einer (gezielten) „Ansiedlung“ der Walser. Auch ermöglichte erst der Handel mit den aufkommenden Städten im Süden und Norden der Alpen eine Existenz, die ganz auf Vieh- und Milchwirtschaft ausgerichtet war.
Die Erinnerung an ihre gemeinsame Herkunft kam den Walsern im Lauf der Zeit abhanden.
Sie wurde durch die Wissenschaft im 20. Jahrhundert neu belebt. Historiker, Sprachwissen-schafter und Volkskundler stellten kulturelle Übereinstimmungen zwischen den Walser-kolonien fest, die in den vergangenen Jahrzehnten zu einem neuen Selbstbewusstsein der Walser führte.